Software-Aktien standen lange Zeit hoch im Kurs. Hohe Planbarkeit dank wiederkehrender Umsätze sowie hohe Margen durch Skaleneffekte führten zu hohen Bewertungen und steigenden Kursen. Überraschenderweise wurde die Künstliche Intelligenz (KI) zunächst als weiterer Wachstums- und Produktivitätsmotor für Softwareunternehmen wie SAP und Salesforce gesehen, so dass viele Software-as-a-Service-Aktien (SAAS-Aktien) neue Allzeithochs erreichten. Mit dem schleichenden Übergang von „Generative AI“ zu „Agentic AI“ wird KI jedoch als Bedrohung wahrgenommen, die weite Teile der Softwarebranche disruptiert.
Seit dem Aufkommen von Agentic AI steht die Softwarebranche unter Druck
Tatsächlich stellt die KI-Revolution die Geschäftsmodelle von Softwareunternehmen auf den Prüfstand. So fielen die Aktienkurse von SAP und Salesforce seit ihrem Allzeithoch um 39 bzw. 50 Prozent. Andere Aktien hat es noch schlimmer erwischt. So fiel die Duolingo Aktie um satte 80 Prozent. Allerdings ist nicht jedes SAAS-Geschäftsmodell gleichermaßen bedroht. In diesem Artikel zeigen wir dir, welche Software-Aktien vom KI-Zeitalter bedroht sind und welche Aktien einen dauerhaften Burggraben haben und sogar von der KI profitieren. Durch den nahezu flächendeckenden Abverkauf tun sich in diesem Zusammenhang lukrative Kaufchance auf!
Um die aktuelle Lage zu verstehen, werfen wir zunächst einen Blick auf die neuesten Entwicklungen im Bereich der KI sowie den Auslöser für den jüngsten Abverkauf von Software-Aktien.
Der Auslöser des jüngsten Abverkaufs
Der Kurs des in den USA handelbaren iShares Expanded Tech-Software Sector ETFs zeigt, wie stark die Softwarebranche unter Druck steht. Insbesondere Ende Januar ging es noch einmal steil bergab. In nur 8 Handelstagen verlor der aus 119 SAAS-Aktien wie Microsoft, Salesforce oder Adobe bestehende ETF knapp 20 Prozent! Als Auslöser für den jüngsten Kursrutsch wurde das neue Enterprise-Werkzeug von Anthropic in Form eines Plugins namens „Claude Legal“ ausgemacht. Dabei handelt es sich um eine spezialisierte KI-Erweiterung für juristische Fachaufgaben. Das Tool ermöglicht unter anderem eine automatisierte Prüfung von Verträgen, eine sekundenschnelle Zusammenfassung von Gerichtsurteilen oder kompletten Gesetzbüchern sowie die automatisierte Erstellung von Rechtsdokumenten.
Die Veröffentlichung von Claude Legal führte nicht nur zu massiven Kursverlusten bei etablierten Legal-Tech-Anbietern wie Wolters Kluwer oder Thomson Reuters, sondern betraf die gesamte Softwarebranche.
Keine leichten Zeiten für Investoren in Software-Aktien, Quelle: TradingView
KI-Agenten als „digitale Mitarbeiter“
Claude Legal steht beispielhaft für die Weiterentwicklung der KI von Generative AI zu Agentic AI. Generative KI erzeugt auf Basis eines Prompts Inhalte wie Text, Bilder oder Antworten. Agentic AI führt darüber hinaus Aufgaben in einem Workflow über sogenannte KI-Agenten aus. Während generative KI lediglich auf den nächsten Prompt wartet, verfolgen KI-Agenten ein vorgegebenes Ziel über Zwischenschritte und entscheiden dabei eigenständig, was als Nächstes zu tun ist. Dabei können KI-Agenten auf externe Ressourcen wie Datenbanken, Kalender oder sogar spezialisierte Software zugreifen und mit diesen Systemen interagieren.
Konkret bedeutet das, dass sich ein Mitarbeiter für ein Ergebnis nicht länger durch ein Softwareprogramm klicken muss, sondern stattdessen einen KI-Agenten beauftragt, das Ergebnis zu liefern. Der KI-Agent plant und kombiniert daraufhin die notwendigen Arbeitsschritte, die der Mitarbeiter inklusive Kollegen ansonsten manuell mit Hilfe einer oder mehrerer Softwaretools erledigen würde. Diese technische Revolution markiert den Übergang in ein neues Zeitalter, in dem Software als passives Werkzeug einer Arbeitskraft zunehmend an Bedeutung verlieren kann.
Der Übergang von „Generative AI“ zu „Agentic AI“ transformiert die Softwarebranche
Das nun folgende Beispiel zeigt, dass KI-Disruption längst keine Theorie mehr ist, sondern softwarebasierte Geschäftsmodelle bereits von KI disruptiert wurden. Und das ganz ohne KI-Agenten!
Chegg Aktie – Nach ChatGPT-Start satte 98 % im Minus!
Ein Paradebeispiel für die KI-Disruption eines Geschäftsmodells ist die Chegg-Aktie, die vor allem während der Corona-Pandemie sehr gefragt war, als die Nachfrage nach virtuellem Lernen seitens Schülern und Studenten boomte. Die Aktie schoss nach dem Corona-Crash um bis zu 310 Prozent auf über 113 US-Dollar. Heute ist die Aktie nicht einmal mehr einen US-Dollar wert.
Der dramatische Kursverlauf der Chegg Aktie
Die KI-Disruption des Geschäftsmodells
Chegg ist eine softwarebasierte Lernplattform und bewirbt sein Angebot mit dem Slogan „Get 24/7 Homework Help“. Die Plattform stellt heute laut eigenen Angaben 60 Millionen Lösungen von Aufgaben bereit und bietet darüber hinaus persönliche Unterstützung durch Fachexperten, Mathe-Hilfen sowie weitere digitale Lernressourcen an. Dabei setzt Chegg neben einer Wissensdatenbank u.a. auf bezahlte Honorarkräfte, die noch nicht vorhandene Lösungen und Erläuterungen zu unterschiedlichen Fachgebieten erstellen. Um die Lernplattform in vollem Umfang nutzen zu können, ist ein kostenpflichtiges Abonnement nötig.
Wer die Plattform nutzen will, muss ein kostenpflichtiges Abo buchen
Doch ChatGPT und andere KI-Modelle haben das Geschäftsmodell von Chegg disruptiert. Denn nie war es dank Large Language Models (LLM) einfacher, kostenlos und sekundenschnell zu lernen oder Hausaufgaben zu erledigen bzw. sich erklären zu lassen. Inzwischen bietet ChatGPT seit Sommer sogar einen eigenen Lernmodus an und agiert faktisch als direkter Wettbewerber. Dagegen kann das kostenpflichtige Angebot von Chegg kaum mithalten.
Der Lernmodus von ChatGPT bietet Schritt-für-Schritt-Anleitungen statt schnelle Antworten
Zwar lief es bei Chegg nach dem E-Learning-Boom und dem nachfolgenden Allzeithoch bereits nicht mehr ganz so rund, weil die hohen Wachstumsraten zu Zeiten der Covid-19-Pandemie verständlicherweise nicht länger gehalten werden konnten. Eindrücklich ist aber auch der Kursverlauf seit dem Launch von ChatGPT am 30. November 2022. Die Aktie hat seitdem knapp 98 Prozent verloren. Daran konnten auch innovative KI-Implementierungen innerhalb der Lernplattform von Chegg nichts ändern.
Am Tag der Einführung von ChatGPT kostete die Aktie noch 29,84 USD
Erfolgskennzahlen im freien Fall
Der massive Kursverlust der Chegg Aktie zeigt, wie konkurrierende KI-Anwendungen ein bisher erfolgreiches Geschäftsmodell mit früherem „Burggraben“ mittels einer user-freundlichen Lernplattform untergraben. Im Aktienkurs von Chegg sind nicht nur Zukunftssorgen, sondern die bereits rückläufige Geschäftsentwicklung eingepreist.
Im Geschäftsjahr 2021 lag der Umsatz noch bei 776 Millionen USD. Für das laufende Geschäftsjahr wird er nur noch auf 376 Millionen USD geschätzt. Seit dem Launch der LLMs hat sich die Abwärtsdynamik sogar seit 2023 beschleunigt. So sank der Umsatz 2022 um ein Prozent, im Jahr 2023 um 7 Prozent, 2024 um 14 Prozent und für das bereits abgeschlossene Geschäftsjahr 2025 wird sogar ein Umsatzrückgang von 39 Prozent erwartet. Zudem sinkt die Marge nicht nur wegen der stark rückläufigen Abonnementzahlen, sondern auch wegen des Preisdrucks durch kostenlose KI-.
Der Umsatz und auch die Margen fallen bei Chegg
Auch in der Bilanz wird der fortlaufende Niedergang des einst erfolgreichen Geschäftsmodells sichtbar. Der aus Übernahmen resultierende Goodwill von bis zu 623 Millionen US-Dollar musste im Geschäftsjahr 2024 vollständig abgeschrieben werden, da sich die erhofften Gewinne im KI-dominierten Wettbewerbsumfeld nicht länger realisieren lassen. Die hohen Cash-Reserven wurden überwiegend für den Schuldenabbau und Aktienrückkäufe genutzt. Aufgrund der ehemals hohen Liquidität versteckten sich auch im Kernvermögen langfristige Staatsanleihen und gut verzinste Geldmarktfonds mit längeren Laufzeiten, die das Unternehmen mittlerweile aber fast komplett veräußert hat. Das Management hat sich entschieden, das noch verbleibende Kapital aus der Bilanz abzuziehen und an seine Aktionäre auszuzahlen. Im Geschäftsjahr 2023 und 2024 kaufte das Unternehmen noch eigene Aktien im Wert von 650 Millionen USD zurück und verringerte so die Anzahl ausstehender Aktien um 31 Prozent.
Der Bilanzabbau bei Chegg auf einem Blickl
Die Disruption von Chegg zeigt exemplarisch, wie Geschäftsmodelle durch KI ersetzt werden können. Anhand der Kursverluste in der Softwarebranche lässt sich schlussfolgern, dass einige Marktteilnehmer eine ähnliche Entwicklung bei Software-Aktien befürchten.
5 Burggräben gegen KI-Disruption
Doch nicht jedes Softwareunternehmen ist dem gleichen Disruptionsrisiko ausgesetzt, denn die Softwarebranche und ihre Geschäftsmodelle sind vielfältig. Während manche Softwareprodukte tatsächlich durch aufkommende KI-Agenten substituiert werden können, verfügen andere Softwareprodukte über dauerhafte Wettbewerbsvorteile, sprich Burggräben, die selbst durch leistungsfähige KI-Agenten nicht ohne Weiteres angreifbar sind. Die folgenden Burggräben entscheiden aus unserer Sicht maßgeblich darüber, welche Software-Aktien auch im KI-Zeitalter gute Chancen haben.
Der Burggraben: System of Record
Der erste Burggraben ist die Pflege geschäftskritischer Unternehmensdaten, die in einem sogenannten System of Record gehalten werden. Diese Daten stellen das digitale Rückgrat eines Unternehmens dar und das diese Daten enthaltende System wird als „Single Source of Truth“ bezeichnet. Bei den Daten handelt es sich beispielsweise um Kundenstamm-, Buchhaltungs- oder Personaldaten.
Hierzu zählen Softwareunternehmen, die vertikale Enterprise-Software anbieten. Diese ist exakt auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten und tief in die betrieblichen Arbeitsabläufe integriert. Ein Beispiel hierfür ist die Enterprise-Software von SAP. Daneben sind auch Softwareunternehmen vertreten, deren Lösungen für Unternehmen in stark regulierten Branchen, wie dem Finanz- oder Gesundheitswesen, ebenfalls hochgradig in die operativen Arbeitsabläufe eingebunden sind.
Aktie
Land
System of Record
Kursverlust
YTD
Kursverlust
6 Monate
Kursverlust
1 Jahr
SAP
ERP-System
-19%
-22%
-44%
Autodesk
CAD-System
-25%
-22%
-26%
Veeva Systems
GRC-System
-23%
-38%
-27%
Salesforce
CRM-System
-30%
-22%
-44%
Sage Group
FI-System
-24%
-27%
-39%
Der Wechsel weg von einem solchen Softwareanbieter ist nicht nur komplex und teuer, sondern auch riskant. Durch die hohen Wechselkosten entsteht deshalb ein Lock-in-Effekt. Aufkommende KI-Agenten machen diese Datensysteme sogar noch bedeutender, weil sie für die Erledigung ihrer Aufgaben auf den exklusiven Datenbestand zugreifen müssen. In einem System of Record werden nicht nur betriebswirtschaftliche Daten gehalten, sondern auch Daten, bei denen es um die Einhaltung regulatorischer Anforderungen geht, also z. B. um Datenschutz oder Dokumentationspflichten. Diese Compliance-Themen können KI-Agenten noch nicht übernehmen und würden das Management zudem meist nicht aus der Hand geben wollen.
Das Gegenstück von System of Record sind Point Solutions. Point Solutions lösen oft nur ein spezifisches Problem und sind funktionale „Oberflächen-Tools“, wie z. B. Anwendungen zur Kommunikation oder für einfache Workflows.
Hierzu zählen vor allem Anbieter horizontaler Software-Tools. Diese Programme sind universell einsetzbar und nicht auf eine bestimmte Branche zugeschnitten. In der Regel sind sie auch nicht tief in die Kernprozesse oder den kritischen Datenbestand eines Unternehmens eingebunden. Ein passendes Beispiel hierfür ist die Videokonferenz-Software Zoom. Sie wird zwar weltweit in jeder Branche genutzt, fungiert aber lediglich als austauschbares Kommunikationsmittel. Zoom steuert weder die Produktion, noch verwaltet die Software zentrale Kundendatenbanken. Ein Unternehmen kann das Tool wechseln, ohne dass die gesamte interne Betriebslogik zusammenbricht.
Aktie
Land
Point Solution
Kursverlust
YTD
Kursverlust
6 Monate
Kursverlust
1 Jahr
Dropbox
Cloud-Tool
-13%
-14%
-25%
Monday.com
Projektmanagement-Tool
-50%
-59%
-77%
Docusign
Vertragsmanagement-Tool
-36%
-38%
-51%
Duolingo
Learning-Tool
-36%
-66%
-74%
Teamviewer
Remote-Tool
-13%
-41%
-58%
Point Solutions besitzen in der Regel keine eigene Datenhistorie, sondern operieren lediglich als ergänzendes Tool über bestehenden Datenbanken. Die Entwicklung hin zu Agentic AI erhöht das Disruptionsrisiko solcher Anwendungssoftware. KI-Agenten können diese Oberflächen-Tools entweder selbst bedienen oder durch direkte Datenbankzugriffe vollständig umgehen. Wer nur eine Lösung für funktionale Workflows bietet, die auch KI-Agenten erledigen könnten, droht disruptiert zu werden. Für solche Software-Tools wird ohne Burggraben der Wettbewerb durch KI zunehmen.
Der Burggraben: Netzwerkeffekte
Neben der vertikalen Verankerung durch ein System of Record bilden auch Netzwerkeffekte einen Burggraben für Softwareunternehmen. Ein Netzwerkeffekt tritt ein, wenn der Softwarenutzen mit steigender Nutzeranzahl oder Anzahl an Dienstleistern zunimmt. Der Netzwerkeffekt schützt die Marktposition eines Softwareanbieters davor, durch KI-Konkurrenz ersetzt zu werden.
Hierzu zählen beispielsweise auch softwarebasierte Plattformanbieter, deren Vernetzung oder Angebot durch KI nur schwer kopierbar ist.
Plattformen wie Uber und DoorDash sind hierfür ein gutes Beispiel, die du möglicherweise nicht als Software-Aktie klassifizieren würdest. In der Tat liegt der Wert nicht allein in der Software dieser Anbieter, sondern im sich darin integrierten Netzwerk. Ein dichtes Netzwerk aus Restaurants, Fahrern oder Kurieren zieht mehr Kunden und wiederum mehr Anbieter an. Ein KI-Agent könnte zwar die beste Benutzeroberfläche für Essensbestellungen oder Gelegenheitsfahrten bauen. Der Agent könnte jedoch nicht liefern, wenn er kein Netzwerk aus tausenden Restaurants und Fahrern hat.
Auch Palantir überträgt dieses Prinzip auf sein Ökosystem. Über Palantir erhalten Drittanbieter einen beschleunigten Marktzugang zu US-Regierungsbehörden, ohne langwierige Zertifizierungsprozesse durchlaufen zu . Dies wird erreicht, indem Palantir seinen Kunden die Plattform Palantir FedStart bereitstellt, sodass Drittanbieter die bereits bestehende Zertifizierung der Plattform nutzen können. So können Unternehmen die strengen und kostspieligen Sicherheitshürden der US-Behörden in Monaten statt Jahren durchlaufen und ihre Produkte direkt in das sensible Regierungsnetzwerk integrieren.
Mit der softwarebasierten Plattform FedStart profitiert Palantir vom Netzwerkeffekt
Der Burggraben: Geldflüsse
Ein besonders robuster Burggraben in der Softwareindustrie entsteht ebenfalls dort, wo Software nicht nur Daten verarbeitet, sondern direkt in Geldflüsse eingebettet ist. Gemeint sind Systeme, die Zahlungen initiieren, autorisieren, abwickeln, verbuchen oder abrechnen. Dazu zählen beispielsweise verschlüsselte Online-Zahlungen in Webshops oder Apps, Abrechnungsplattformen und Payroll-Systeme. Häufig ist eine solche Software in einem Unternehmen vertikal integriert.
Softwareprodukte mit eingebetteten Zahlungsabwicklungen sind aufgrund ihrer vertikalen Integration mit einem Burggraben ausgestattet. Beispiele hierfür sind die Produkte von Intuit oder Shopify. Auch Payroll-Spezialisten wie ADP, Paycom oder Workday zählen dazu.
Aktie
Land
Geldflüsse
Kursverlust
YTD
Kursverlust
6 Monate
Kursverlust
1 Jahr
Intuit
Rechnungen, Payroll, Steuern
-40%
-44%
-32%
Shopify
Zahlungsabwicklung, Finanzierung
-32%
-27%
-17%
ADP
Löhne, Gehälter, Steuern und Abgaben
-18%
-31%
-32%
Paycom
Löhne, Gehälter, Steuern und Abgaben
-25%
-46%
-44%
Workday
Löhne, Gehälter, Steuern und Abgaben
-33%
-35%
-45%
Für ein Unternehmen gehören Zahlungsströme zu den geschäftskritischen Prozessen. Ein Ausfall führt zu Umsatzeinbußen oder Liquiditätsengpässen. Ein Wechsel von einem funktionierenden Zahlungssystem ist nicht nur technisch komplex, sondern daher auch operativ riskant. Zudem bestehen regulatorische Anforderungen, etwa im Bereich Geldwäscheprävention, Datenschutz oder steuerlicher Dokumentationspflichten. Diese Faktoren erhöhen den Lock-in-Effekt und erschaffen so einen Burggraben, der mit dem Aufkommen von KI-Agenten sogar an Bedeutung gewinnt. Denn KI-Agenten können zwar über einen Zugriff Workflows automatisieren, Analysen durchführen oder Dokumente erstellen. Die Verantwortung für geschäftskritische Zahlungsprozesse wird jedoch im Kernsystem des Unternehmens verbleiben. Letztlich bleiben KI-Agenten auf den Zugriff auf diese Systeme angewiesen und können sie nicht ersetzen.
Der Burggraben: Integrierte Hardware
Wenn Software eng mit physischer Hardware verbunden ist, ergibt sich ebenfalls ein Burggraben. Nicht nur die Software bietet den Mehrwert, sondern die Kombination aus Gerät, Betriebssystem, Datenfluss und damit die Serviceinfrastruktur.
Beispiele für Softwareanbieter mit eigener Hardwarebasis sind Intuitive Surgical, Dexcom, Zebra Technologies, Toast oder Trimble.
Aktie
Land
Integierte Hardware
Kursverlust
YTD
Kursverlust
6 Monate
Kursverlust
1 Jahr
Intuitive Surgical
OP-Roboter, Chirurgie-Konsole, Instrumente
-16%
-1%
-19%
DexCom
Glukosesensor, Transmitter, Empfänger
-2%
-19%
-23%
Zebra Technologies
Barcode-Scanner, mobile Computer, Etikettendrucker
Integrierte Hardware bedeutet, dass Software direkt auf physischen Endgeräten beim Kunden betrieben wird. Das ist beispielsweise bei Kassensystemen, Produktionsmaschinen, medizinischen Geräten, Logistikscannern oder IoT-Sensoren der Fall. Die Hardware ist dabei mit der Software ein kaum austauschbarer Bestandteil eines Geschäftsprozesses. Mit dem Aufkommen von KI-Agenten bleibt dieser Burggraben intakt. Agenten können nicht die Hardware vor Ort ersetzen. Darüber hinaus ist die bereitgestellte Hardware optimal auf die systemeigene Software abgestimmt.
Der Burggraben: Sicherheitsarchitektur
Cybersecurity-Software bildet in Unternehmen den elementaren Schutz vor digitalen Bedrohungen. Die Software kontrolliert Identitäten, Zugriffsrechte, Endgeräte, Netzwerke und Cloud-Ressourcen und bestimmt, wer auf welche Systeme zugreifen darf. Damit ist Cybersecurity-Software ein integraler Bestandteil der Sicherheitsarchitektur mit einem hohen Lock-in-Effekt.
Cybersecurityunternehmen mit tief integrierten Sicherheitsplattformen haben einen Burggraben und sind in der heutigen digitalen Welt unverzichtbar. Beispiele sind Palo Alto Networks, CrowdStrike, Fortinet, Zscaler, Okta oder Check Point Software oder Cloudflare.
Aktie
Land
Sicherheitsarchitektur
Kursverlust
YTD
Kursverlust
6 Monate
Kursverlust
1 Jahr
Palo Alto Networks
Netzwerk-, Cloud-, Endpunktschutz
-12%
-8%
-19%
CrowdStrike
Endpunktschutz, Bedrohungsanalyse
-12%
-5%
-9%
Check Point Software
Firewall, Netzwerksicherheit
-11%
-13%
-26%
Cloudflare
Website- und Angriffs-Schutz, Zugriffskontrolle
-6%
-7%
+5%
Fortinet
Firewall, Netzwerksicherheit
+6%
+6%
-23%
Zusätzlich verstärken regulatorische Anforderungen den Burggraben. Unternehmen müssen aufgrund von Complianceanforderungen jegliche Zugriffe dokumentieren, Sicherheitsvorfälle nachweisen oder aber branchenspezifische Richtlinien einhalten. Sicherheitssoftware unterstützt diese Compliance-Prozesse durch Protokollierung, Reporting und Policy-Durchsetzung. KI-Agenten können zwar unterstützen, übernehmen jedoch nicht Sicherheits- und Governance-Strukturen von Cybersecurity-Software. Je tiefer eine Cybersecurity-Software in die Sicherheits- und Governance-Struktur eines Unternehmens eingebettet ist, desto stärker ist der Burggraben.
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Der Auslöser des jüngsten Abverkaufs
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Chegg Aktie – Nach ChatGPT-Start satte 98 % im Minus!
David Sauceda ist Chefredakteur des Aktienfinder Premium-Börsenbriefs. Mit knapp 10 Jahren Erfahrung in leitenden Positionen bei Procter & Gamble und Coty verfügt er über tiefgehende Expertise in der Konsumgüterbranche. Beim Stockpicking legt er besonderen Wert auf langfristig steigende Gewinne und solide Geschäftsmodelle. Er ist überzeugt, dass Unternehmen mit nachhaltigem Gewinnwachstum langfristig die besten Renditen erzielen.
David Sauceda ist Chefredakteur des Aktienfinder Premium-Börsenbriefs. Mit knapp 10 Jahren Erfahrung in leitenden Positionen bei Procter & Gamble und Coty verfügt er über tiefgehende Expertise in der Konsumgüterbranche. Beim Stockpicking legt er besonderen Wert auf langfristig steigende Gewinne und solide Geschäftsmodelle. Er ist überzeugt, dass Unternehmen mit nachhaltigem Gewinnwachstum langfristig die besten Renditen erzielen.
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