Quartalszahlen sorgen für Kursbewegungen. Einige Aktien schießen durch die Decke und andere fallen ins scheinbar Bodenlose. Dann gilt es, die Gründe für die Kursreaktionen festzustellen und herauszufinden, ob die Reaktion des Marktes übertrieben ist und sich spannende Chancen auftun. Genau deshalb schauen wir uns die Kursausschläge interessanter Aktien an. Wir sagen dir, was passiert ist, ordnen die Zahlen ein und bestimmen mit Hilfe des fairen Werts transparent und im Aktienfinder nachvollziehbar das fundamentale Renditepotential einer jeden Aktie.
In dieser Ausgabe haben wir für dich fünf Aktien mit Earnings in dieser Woche analysiert. Zwei davon kennst du womöglich schon von uns. Adyen hat Torsten erst vor Kurzem analysiert und bei der letzten Kursschwäche sogar noch einmal nachgekauft, seine Begründung siehst du in diesem Youtube-Video. Cisco wiederum ist im Starterdepot unsere Aktie mit der besten Performance.
Large Caps mit einer Marktkapitalisierung von über 10 Milliarden Euro inklusive Anzeige der Kursreaktion als farbiger Balken auf der rechten Seite. Alle Earnings findest du im kostenlosen Earnings-Kalender.
Auch in dieser Woche standen Aktien mit KI-Bezug im Fokus der Aktionäre. Cisco steigerte den Umsatz um 18 Prozent, übertraf jede Erwartung und verlor trotzdem 8,8 Prozent, weil teurere Speicherbausteine die Bruttomarge von 68,4 auf 66,3 Prozent drückten. Tencent wuchs zweistellig und gab 5,3 Prozent ab, weil die Investitionen um 190 Prozent sprangen und den freien Cashflow ins Minus zogen. Bei Lenovo und CoreWeave lief es umgekehrt. Lenovo verdoppelte beinahe den Umsatz seiner Infrastruktursparte und legte 18,1 Prozent zu, CoreWeave meldete einen Auftragsbestand von 104 Milliarden USD und gewann nach den Quartalszahlen deutlich mit 21,7 Prozent.
Die analysierten Aktien auf einen Blick
Hier alle fünf analysierten Aktien dieser Ausgabe auf einen Blick inklusive Kursreaktion, dem ermittelten Renditepotential Stand heute sowie unserem Urteil, ob die jeweilige Aktie als langfristiges Investment kaufenswert ist.
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Die Earning-Highlights dieser Ausgabe, sortiert nach Kursreaktion seit Vorlage der Zahlen (Stand 14. August 2026, Kurse vom Freitagmorgen).
Adyen – Die Plattform zieht
Adyen legte am Donnerstag vorbörslich die Zahlen zum ersten Halbjahr vor. Der Nettoumsatz stieg im Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 19 Prozent auf 1.302 Millionen Euro, währungsbereinigt waren es sogar 21 Prozent. Die operative Marge lag bei 49 Prozent, ohne einmalige Kosten für Zukäufe noch leicht höher bei 50 Prozent. Getragen wurde das Wachstum von Umsatzsteigerungen bei dem Geschäft mit bestehenden Händlern. Zugleich hob Adyen die Jahresprognose an. Der Nettoumsatz soll 2026 währungsbereinigt um 21 bis 23 Prozent statt 20 bis 22 Prozent wachsen und bleibt bei der Zielgröße von über 55 Prozent bei der operativen Marge bis 2028, auch wenn sie im laufenden Jahr wegen der Zukäufe Talon.One und Orb einen Prozentpunkt unter dem Vorjahr bei 52 Prozent liegt.
Als Reaktion sprang der Aktienkurs um 16,1 Prozent über die Tausender-Marke auf 1.060 Euro. Der Hauptgrund war die angehobene Umsatzprognose, denn der Markt hatte nach einem schwachen Jahresauftakt eine Verlangsamung erwartet. Honoriert wurde außerdem, dass Adyen mit den Zukäufen Talon.One und Orb sowie den neuen Produkten „Adyen Agentic“ und „Intelligent Money Movement“ über die reine Zahlungsabwicklung hinauswächst und seinen Händlern künftig auch Treueprogramme und Abrechnungssysteme verkauft. Zum Zeitpunkt dieser Analyse am Freitagmorgen notiert der Aktienkurs bei 1.072 Euro und liegt damit 1,1 Prozent über dem Schlusskurs am Tag der Halbjahreszahlen und hat somit noch einmal etwas zugelegt.
Adyen wickelt Kartenzahlungen für große Händler ab. Kauft jemand bei einem Kunden von Adyen ein, läuft die Zahlung über eine einzige Plattform, die Kreditkarten, Sofortüberweisungen und lokale Zahlarten in über 100 Ländern bündelt. Der Unterschied zu Wettbewerbern liegt darin, dass Adyen diese Plattform vollständig selbst gebaut hat und keine zugekauften Systeme zusammenschaltet. Das senkt die Kosten je Zahlung und erlaubt es, Betrugsmuster über alle Händler hinweg zu erkennen. Verdient wird an einer Gebühr pro Transaktion. Zu den Kunden zählen unter anderem Uber, Spotify, McDonald's und eBay.
Der Qualitätscheck fällt stark aus. Die Gewinnstabilität liegt bei hohen 0,97 von maximal 1,00, und seit dem Börsengang 2018 hat Adyen kein Verlustjahr geschrieben. Der Gewinn pro Aktie stieg in den vergangenen zehn Jahren um 27,4 Prozent pro Jahr und in den vergangenen fünf Jahren um 18,7 Prozent, für das kommende Geschäftsjahr werden 13,9 Prozent erwartet. Schwankungsanfälliger ist aufgrund von Investitionen der freie Cashflow, dessen Stabilität bei 0,75 liegt. Eine Dividende zahlt Adyen nicht, die Schuldenquote liegt bei sehr niedrigen 2,1 Prozent.
Der Gewinn pro Aktie von Adyen steigt seit dem Börsengang 2018 ohne Rückschlag.
Bei der Bewertung stützen wir uns auf den bereinigten Gewinn und senken das faire KGV vom Schnitt von 45,4 auf 30. Das bleibt ein hohes KGV, das aber die dauerhaften Wachstumsraten von rund 20 Prozent angemessen berücksichtigt. Gemessen daran ist die Aktie mit einem aktuellen KGV von 32,1 leicht teuer. Wächst der Gewinn wie erwartet, winken bis Ende 2028 rund 59,9 Prozent Rendite, beziehungsweise 21,8 Prozent pro Jahr. Unsere Einschätzung: Kaufen.
Beim auf 30 gesenkten fairen KGV winken bis Ende 2028 rund 21,8 Prozent Rendite pro Jahr.
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David Sauceda ist Chefredakteur des Aktienfinder Premium-Börsenbriefs. Mit knapp 10 Jahren Erfahrung in leitenden Positionen bei Procter & Gamble und Coty verfügt er über tiefgehende Expertise in der Konsumgüterbranche. Beim Stockpicking legt er besonderen Wert auf langfristig steigende Gewinne und solide Geschäftsmodelle. Er ist überzeugt, dass Unternehmen mit nachhaltigem Gewinnwachstum langfristig die besten Renditen erzielen.
David Sauceda ist Chefredakteur des Aktienfinder Premium-Börsenbriefs. Mit knapp 10 Jahren Erfahrung in leitenden Positionen bei Procter & Gamble und Coty verfügt er über tiefgehende Expertise in der Konsumgüterbranche. Beim Stockpicking legt er besonderen Wert auf langfristig steigende Gewinne und solide Geschäftsmodelle. Er ist überzeugt, dass Unternehmen mit nachhaltigem Gewinnwachstum langfristig die besten Renditen erzielen.
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