Wie Sie Aktien mit steigenden Kursen & Dividenden finden

Sobald Sie erkannt haben, das langfristig steigende Unternehmensgewinne zu langfristig steigenden Kursen und Dividenden führen, werden Sie nach diesen Unternehmen suchen. Kein einfaches Unterfangen. In Warum Aktionäre Geld verlieren wurde beispielhaft gezeigt, weshalb mit den klassischen Kennzahlen diese Unternehmen nicht zu finden sind.

Die Lösung ist, statische Kennzahlen durch dynamische Kennzahlen zu ersetzen. Während statische Kennzahlen wie das KGV sich auf ein Geschäftsjahr beschränken, arbeiten dynamische Kennzahlen mit Zeiträumen von mehreren Geschäftsjahren. Denn nur wenn Zeiträume betrachtet werden, kann eine Kennzahl eine Aussage treffen, ob ein Unternehmen den Gewinn langfristig steigert.

Dynamische Kennzahlen

Steigerungsrate

Die Steigerungsrate (Compound Annual Growth Rate) ist in der Finanzwelt eine bekannte Größe. Hiermit kann die jährliche Gewinnsteigerung für einen definierten Zeitraum berechnet werden, beispielsweise die Gewinnsteigerung über einen Zeitraum von 10 Jahren.

Dies allein ist aber nicht ausreichend. Denn die Steigerungsrate berechnet sich ausschließlich unter der Verwendung von Anfangs- und Endwert. Schwankt der Unternehmensgewinn von Jahr zu Jahr, so verliert die Steigerungsrate ihre Aussagekraft und kann sogar in die Irre führen, wie im folgenden Beispiel für Chevron zu sehen:

Chevron

Chevron: Schwankende Gewinne machen Steigerungsraten zum Glücksspiel

Es wird zwei Mal die Steigerungsrate des Gewinns über 5 Jahre berechnet. Von 2007 – 2012 haben wir eine Steigerung von über 11 %. Durchaus beeindruckend. Im nächsten Abschnitt von 2008 – 2013 haben wir dagegen eine Steigerungsrate von -2,8%. Absolut unbefriedigend. Und ein Jahr weiter wird die Steigerungsrate wieder positiv.

Man sieht, dass die Steigerungsrate bei schwankenden Gewinnen nicht aussagekräftig ist. Es bedarf einer weiteren Kennzahl, die bestimmt, ob man sich auf die Steigerungsrate weitestgehend verlassen kann.

Korrelation

Die Korrelation sagt uns, wie konstant sich der Gewinn im Zeitverlauf entwickelt hat. Dabei reicht die Spanne von +1 bis -1. Eine 1 ist als wie eine am Lineal gezogene Linie zu verstehen. Führt die Linie nach oben (steigt also der Gewinn), ist die 1 positiv, andernfalls negativ. Eine 0 würde heißen, dass es keinen eindeutigen Trend gibt. Stellen Sie sich hier z.B. eine Sinuskurve (Welle) vor.

Schauen wir uns als praktisches Beispiel die Korrelation des Gewinns von 3M und AT&T an.

3M schafft kommt auf eine Korrelation von +0.97:

3M glänzt mit konstant steigenden Gewinnen, was einer sehr hohen Gewinn-Korrelation entspricht

Im Gegensatz hierzu schafft AT&T lediglich auf einen Wert von +0.14:

AT&T: Beliebter Dividendenaristokrat, aber auch Kurskrücke ohne langfristig steigende Gewinne

Nur wenn die Korrelation einen hohen Wert annimmt, kann man guten Gewissens mit der Steigerungsrate arbeiten. Das Zusammenspiel von Korrelationen und Steigerungsraten für die Bestimmung der langfristigen Gewinnentwicklung bezeichne ich als Correlation-Growth-Model . Am Ende dieses Seite finden Sie Links zu ausführlicheren Artikeln zu diesem Model sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch.

Der Aktienfinder

Der Aktienfinder beherrscht als derzeit einziger Aktienscreener das Zusammenspiel von Korrelation und Steigerungsrate. Hier finden Sie Steigerungsraten, Korrelationen sowie beispielhaft drei unterschiedliche Arten von Auszeichnungen, welche Steigerungsraten und Korrelationen verarbeiten. Der folgende Screenshot zeigt einen kleinen Ausschnitt aus dem Screenerbereich des Aktienfinders.

In der Spalte „Stabilität Gewinn“ ist die Korrelation des Gewinns zu sehen. Außer für den Gewinn stehen Korrelationen und Steigerungsraten für den operativen Cash-Flow, den Umsatz und die Dividende zur Verfügung.

Aktienfinder 3M AT&T

Ausschnitt aus dem Aktienfinder inklusive Korrelation und Steigerungsraten für den Gewinn

Sie wissen nun um die Bedeutung langfristig steigender Gewinne und wissen, mit Hilfe welcher Kennzahlen man den langfristigen Gewinnverlauf messen kann. Damit sind Sie den meisten Anlegern bereits zwei Schritte voraus. Als nächstes gilt es, sich Gedanken über die eigene „Wachstums“-Strategie zu machen. Denn von dieser ist abhängig, nach welchen Aktien mit langfristig steigenden Gewinnen Sie konkret Ausschau halten.

Mit Hilfe von Korrelation und Steigerungsrate kann der langfristige Gewinnverlauf eines Unternehmens bestimmt werden. Und darauf kommt es an.

 

Weitere Lektüre

3M Korrelation

Kleiner Leitfaden 3ter Teil

Wie Sie für sich ihren Präferenzen entspreched die passenden Aktien finden.

Wie Kennzahlen uns indie Irre führen

Wie Kennzahlen uns in die Irre führen

Eine Beschreibung der Tücken und Fehlsignale unserer gebräuchlichen Kennzahlen inklusive Lösungsansatz.

How Metrics Make Investors Pay

How Metrics Make Investors Pay Part II.

Auf englisch: Der Lösungsansatz, um den Tücken gebräuchlicher Kennzahlen zu entgehen.

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