Typische Fehler rund um Kurse

Wie bei der Dividende können Ihnen auch in Bezug auf Kurse und deren Verlauf vermeidbare Fehler unterlaufen.

Ihr Einstiegskurs dient als Entscheidungsgrundlage

Wären Sie ein Buy-And-Hold-Roboter, so wäre ihr Kaufalgorithmus einzig auf die Zukunft fixiert. Sie würden die Aktien kaufen, die sich mit der höchsten Wahrscheinlichkeit langfristig am besten entwickeln. Gleichzeitig würde ihr parallel durchrasender Verkaufsalgorithmus ständig prüfen, ob diese Annahmen für ihre gekauften, sich im Depot befindlichen Aktien, noch gültig sind. Wäre dem nicht so, weil sich die Wachstumsperspektive eines Unternehmens langfristig verschlechtert hätte, so würden ihre Schaltkreise ein Verkaufssignal generieren.

Nun unterstelle ich, dass Sie kein Roboter sind. Oder falls doch, dass Sie wenigstens so etwas wie humanoide Gefühlsregungen besitzen, die ihre rationale Entscheidungsfindung stören.

Aus ihrem Munde könnte sich das dann so anhören: „Ich verkaufe E.On, sobald die Aktie wieder zweistellig notiert.“

Diesen Satz hat mir übrigens ein ehemaliger Arbeitskollege erzählt, der mit der Aktie tief im Minus war. Sollten Sie beim Lesen geschmunzelt haben, so hinterfragen Sie sich an dieser Stelle, ob ihre eigenen Entscheidungen frei vom Einstiegskurs sind. Meine sind es nicht. Kaufe ich eine Aktie, ertappe ich mich dabei, wie ich die nächsten Tage auf die Kursentwicklung schiele.

Folgende Fehler können bei der Fixierung auf den Einstiegskurs passieren:

  • Festhalten an einer „Verkaufsaktie“, um Buchverluste nicht zu realisieren.
  • Nachkauf einer Aktie einzig um den durchschnittlichen Einstiegskurs zu reduzieren.
  • Verkauf eines Wachstumswerts zwecks Gewinnmitnahme. Man ist ja schon ordentlich im Plus.

Wo der Einstiegskurs tatsächlich eine Rolle spielt, sind steuerliche Überlegungen, auf die ich hier nicht näher eingehe.

Sie arbeiten mit Stop-Loss

Das bedeutet, sie verkaufen bei einem vordefierten Kursrückgang. Ob sich die Schwelle an ihrem Einstiegskurs orientiert oder nicht ist hierbei egal, denn immer liefern Sie sich durch einen Stopp-Loss kurzfristigen Marktschwankungen aus und geben damit das Heft aus der Hand. Selbst bei einem weit gesetzten Stop-Loss hätte ich so ziemlich jede meiner Aktien bereits mehrfach verkauft und damit den weiteren Kursanstieg verpasst.

Sie vermeiden Aktien, die gut gelaufen sind

Ich weiß es aus eigener Erfahrung: hohe Kurszuwächse schrecken psychologisch von einem Kauf ab. Ist die Aktie in den vergangenen Monaten oder sogar Jahren bereits stark gestiegen, widerstrebt Ihnen der Einstieg. Der Zug scheint abgefahren.

Das ist aber die falsche Denkweise. Dank kontinuierlicher Gewinnsteigerungen ist es für Wachstumswerte die Norm, dass über Korrekturen hinweg stets neue Kurshochs erreicht werden. Natürlich können Sie auf die „überfällige“ Korrektur warten. Doch niemand weiß, wie lange diese Hoffnung Sie auf die Seitenlinie verbannt, während die Kurse weiter klettern.

Doch auch kaufen um jeden Preis muss nicht sein. Um Ihnen aus der Zwickmühle zu helfen, berechnet der Aktienfinder den fairen Wert einer Aktie anhand verschiedener Rechenmodelle. So können Sie sich ein Bild über die aktuelle Bewertung ihres Wachstumswerts machen.

Unterschiedliche Modelle berechnen einen fairen Wert der Aktie

Unterschiedliche Modelle berechnen im Aktienfinder einen fairen Wert der Aktie

Fallende Kurse wecken den Spekulanten in Ihnen

Etwas, dass ich auf Facebook immer wieder beobachten darf. Kaum dass ein Wert stark im Kurs gefallen ist, wird das Jägergen (bei Frauen das Schnäppchengen) dominant. Dies kann entweder zur Übergewichtung einer Aktie führen oder man holt sich sogar eine Aktie ins Depot, die eigentlich nicht den erforderlichen Wachstumskriterien genügt. Aus Qualität wird „billig“. Sie hoffen täglich, dass der Kurs nach Norden dreht und mir ihrer Gelassenheit ist es dahin. Das ist keine Wachstumsstrategie.

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